Über was bleibt?

„Die DDR war nur ein kleiner Raum. Und in dem Raum lebte ich.  Der kleine Raum war schön. Der große natürlich viel schöner, weil es jeden Tag was neues gab.“

Frau R. (*1947) über Konsequenzen ihrer Flucht

„Es gab auch eine Armut. Und dieses Schweigen über vieles… Aber das Leid war spürbar. Es gab auch viele Flüchtlinge, die auch als Flüchtlinge nicht so willkommen waren.“

Frau S.-H. (*1951) über die Kindheitserinnerungen an die Auswirkungen des 2. Weltkrieges

„Und dann fiel die Mauer und ich habe die Kinder vor dem Fernseher gesetzt und denen gesagt, dass sie das sehen müssen. Das war history in the making.“

Herr M. (*1950) über seine Erinnerungen an den Mauerfall

„Und immer Bomben. Und Fliegeralarm. […] Auch wenn die Häuser kaputt waren, die mussten ja irgendwo leben, die Menschen.“

Frau G. (*1934) über ihre Kriegserinnerungen

Was bleibt?

Das multimediale, von Moves guG ins Leben gerufene Projekt „Was bleibt?“, entwickelt neue Formen und Möglichkeiten des (digitalen) Erinnerns an NS-Unrecht. Der Zweite Weltkrieg und die vielschichtigen Nachkriegserinnerungen sind unser Ausgangspunkt für Familiengeschichten aus Ost- und Westdeutschland. Das bedeutet, dass wir uns zugleich mit den Besonderheiten und Widersprüchlichkeiten der deutschen Teilung als Konsequenz aus dem Zweiten Weltkrieg befassen. Eine Lücke, die bis heute nicht geschlossen ist und die wir mit neuen Geschichten und Perspektiven füllen möchten. Was bleibt, wenn es kaum noch Zeitzeug:innen gibt, die uns aus der NS-Zeit berichten können? Wie wird Erinnerung über die Generationen hinweg weitergetragen? Welche Rolle haben die nachfolgenden Generationen, die keine unmittelbaren Berührungspunkte mehr mit dieser Zeit haben? Warum ist es wichtig, dass wir uns erinnern? Und warum ist es notwendig, auch sogenannte migrantische Stimmen mit einzubeziehen?

Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines digitalen Lernraumes in Form einer mobilen Installation, die am 07.11.2024 in Bremen eröffnet wird und im Anschluss in Leipzig besucht werden kann. Zugleich wird eine Scrollytelling-Webseite aufgebaut, um eine bundesweite Zugänglichkeit zu den künstlerischen und pädagogischen Inhalten zu ermöglichen. Kostenloses Lehr- und Lernmaterial für Schulen und andere Bildungseinrichtungen wird ebenfalls vom Projektteam entwickelt und zur Verfügung gestellt.

Kontakt: info@was-bleibt-erinnerung.de

Das Projekt wird in der Bildungsagenda NS-Unrecht von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) und dem Bundesministerium der Finanzen (BMF) gefördert.